Tschüss Blechlawine – Ein StattAuto ersetzt 14 Privat-Pkw

24. September 2026 | Allgemein

bcs-Studie 2026 bestätigt hervorragende Umweltwirkung des Angebots von StattAuto eG

Eine aktuelle wissenschaftliche Evaluation (1) des Bundesverbands Carsharing e. V. (bcs) belegt eindrucksvoll: Ein einziges Carsharing-Fahrzeug von StattAuto eG ersetzt im Schnitt rund 14 private Autos. Damit entlastet unser Carsharing-Angebot die Städte spürbar vom Verkehr und leistet einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz und zur urbanen Verkehrswende.

Wissenschaftlich geprüft: So wirkt Carsharing

Der Bundesverband Carsharing e. V. (bcs) untersucht in seiner regelmäßigen Evaluierung die verkehrsentlastende Wirkung sowie die ökologischen Einspareffekte von Carsharing-Angeboten in Deutschland. Um verlässliche, wissenschaftlich fundierte Aussagen treffen zu können, hat der Verband einen einheitlichen und kontinuierlich weiterentwickelten bcs-Evaluationsstandard herausgegeben. Dieser beruht auf den neuesten verkehrswissenschaftlichen Erkenntnissen und stellt sicher, dass die Messergebnisse in allen Städten und Regionen vergleichbar und praxisnah sind.

Verbindlich ist diese wissenschaftliche Überprüfung für alle im Verband organisierten Carsharing-Anbieter mit mehr als 100 Fahrzeugen in der Flotte. Gegenstand der Untersuchung sind unter anderem:

  • Die Ersetzungsquote (theoretische Entlastung): Wie viele private Pkw werden durch ein einzelnes Sharing-Fahrzeug rechnerisch überflüssig gemacht, abgeschafft oder gar nicht erst angeschafft?
  • Die Reduktionsquote (tatsächliche Entlastung): Wie viele Autos wurden von den Nutzer:innen direkt oder zeitnah abgeschafft?
  • Das Mobilitätsverhalten: Wie verändert sich die Nutzung von Bussen, Bahnen (ÖPNV) und Fahrrädern nach dem Eintritt in die Carsharing-Gemeinschaft?

Bundesweit zeigen die Ergebnisse des bcs, dass stationsbasierte und kombinierte Carsharing-Systeme durchschnittlich 10,7 bis 11 private Pkw ersetzen. Carsharing verringert so gezielt den Flächenverbrauch und die Umweltbelastungen durch den Pkw-Verkehr..

„Carsharing ist ein wichtiges Werkzeug zur Reduzierung des Parkdrucks in den Quartieren. Ein Carsharing-Auto in Kiel und Lübeck ersetzt im Schnitt 14 Autos. Carsharing ist außerdem die Grundlage für neue Mobilitätsentscheidungen: Die Nutzenden von StattAuto eG sind viel häufiger als die übrige Bevölkerung mit Bus, Bahn und Fahrrad unterwegs, obwohl sie durchaus ein Auto zur Verfügung haben. So tragen sie dazu bei, dass es an ihrem Wohnort weniger Staus, weniger Luftschadstoffe und geringere CO2-Emissionen gibt.“
— Gunnar Nehrke (Bundesverband Carsharing e.V.)

Spitzenwerte in Schleswig-Holstein: Die Ergebnisse 2026

Als engagiertes Mitglied des bcs hat die StattAuto eG ihre Nutzer:innen befragt und die Daten für die Erhebung 2026 beim bcs vollständig eingereicht und den strengen Evaluationsprozess erfolgreich durchlaufen. Die Befragung der Nutzer:innen in den einzelnen Städten liefert ein präzises Bild darüber, wie StattAuto das Mobilitätsverhalten in Schleswig-Holstein nachhaltig verändert.

In der Detailauswertung zeigt sich, dass StattAuto eG in allen Untersuchungsgebieten Spitzenwerte bei der Fahrzeugersetzung erzielt und den Bundesdurchschnitt teilweise deutlich übertrifft:

UntersuchungsgebietErsetzungsquote
(theoretisch ersetzte Pkw)
Reduktionsquote
(tatsächlich abgeschaffte Pkw)
Lübeck1 : 13,85 (~14 Pkw)1 : 9,77
Kiel1 : 13,70 (~14 Pkw)1 : 9,08
Ratzeburg, Molfsee, Kronshagen, Plön1 : 16,97 (~17 Pkw)1 : 11,41
Preetz, Bad Schwartau1 : 11,10 (~11 Pkw)1 : 4,70


Sowohl in den Großstädten Kiel (1:13,7) als auch in Lübeck (1:13,85) ersetzt ein einziges StattAuto-Fahrzeug rund 14 private Autos. In kleineren Städten und umliegenden Regionen wie Ratzeburg, Molfsee, Kronshagen oder Plön liegt dieser Wert mit fast 1:17 sogar noch höher. Allerdings ist hier der Datenbestand – anders als in Kiel und Lübeck – aufgrund der geringen Anzahl an Fahrzeugen und Nutzer:innen zu gering für eine eindeutige Bewertung.

„Während die Landeshauptstadt Kiel unter dem Druck hoher Verkehrsströme steht, stößt die Lübecker Altstadt durch ihre mittelalterliche Struktur schlicht an die Grenzen des physisch Machbaren. In beiden Städten schafft Carsharing spürbare Entlastung.“
— Luisa Eichhorn(Vorständin StattAuto eG)

Der Mix macht’s: Carsharing stärkt Bus & Bahn

Die Ergebnisse der bcs-Studie bescheinigen der StattAuto eG eine spürbare Wirkung für den urbanen Umweltschutz und die Entlastung der Verkehrsinfrastruktur. Jedes Auto, das nicht produziert, gekauft oder geparkt werden muss, spart wertvolle Ressourcen, verringert den Platzbedarf in Wohnquartieren und senkt CO₂-Emissionen.

Multimodale Mobilität stärkt den ÖPNV

Ein wesentlicher Grund für diese starke verkehrsentlastende Wirkung liegt in der Verhaltensänderung: Carsharing-Nutzer:innen kombinieren Verkehrsmittel bewusst und flexibel. Die bcs-Studie belegt, dass der Besitz von ÖPNV-Zeitkarten nach der Anmeldung bei StattAuto eG drastisch ansteigt:

  • In Kiel stieg der Anteil der Haushalte mit einer ÖPNV-Zeitkarte von 39 % auf 58 %.
  • In Lübeck verzeichnete der ÖPNV-Zeitkartenbesitz einen Sprung von 35 % auf 57 %.

Zudem halbiert sich der Pkw-Bestand in den Haushalten bereits kurz nach der Anmeldung bei StattAuto. Unter den Befragten, die ihr Auto abgeschafft haben, schätzen rund 45 % bis 51 % das Angebot von StattAuto als „sehr großen“ Grund für diese Entscheidung ein.

Verkehrswende durch Teilen – unabhängig vom Antrieb

Die Evaluation verdeutlicht zudem: Der wichtigste Hebel der Verkehrswende ist die Verringerung der absoluten Fahrzeugzahl. Ob Verbrenner oder Elektroauto – der entscheidende Vorteil entsteht dadurch, dass Fahrzeuge effizient geteilt werden, statt 95% der Zeit (2) ungenutzt wertvollen Straßenraum zu blockieren.

„Wir freuen uns, dass unseren Nutzer:innen in der Studie ein besonders nachhaltiges Mobilitätsverhalten bescheinigt wird. Obwohl ihnen das große Carsharing-Angebot von StattAuto zur Verfügung steht, spielt der Pkw in ihrem Mobilitätsmix nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr werden ÖPNV, Fahrradfahren oder Zu-Fuß-Gehen in den Alltag eingebaut.“
— Boris Baade (Vorstand StattAuto eG)

Quellenangaben:

(1) Bundesverband Carsharing e.V. (bcs) Evaluation & Messung der verkehrsentlastenden Wirkung von Carsharing (bcs-Evaluationsstandard 2024/2026); Auswertung für StattAuto eG.
https://carsharing.de/evaluationsstudien

(2) infas, DLR, IVT & infas 360 (2017): Mobilität in Deutschland – MiD Ergebnisbericht (abrufbar unter https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/archive/index.html)
Die Erhebung „Mobilität in Deutschland“ (MiD) im Auftrag des BMV – für die infas gemeinsam mit weiteren Instituten rund 155.000 Haushalte über ein Jahr hinweg befragte – liefert eindrückliche Daten zur Fahrzeugnutzung: Demnach befindet sich ein privates Auto täglich etwa 20 Stunden am Heimatort in Parkposition und wird lediglich während gut 3% des Tages gefahren. Diese Leerstandsquote von rund 97 % unterstreicht die meist inaktive Rolle des Privat-Pkw noch deutlicher als globale Durchschnittswerte von 95%.

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